Düngen von Poinsettien

Düngung von Poinsettien:

Inhalt:

1. Stickstoffentzug Poinsettia
2. Auswahl des geeigneten Düngers
3. Erstellung eines Düngungsprogramms
4. Überwachung der Düngung

 

 

 

1. Stickstoffentzug

Pflanzengröße, Erscheinungsbild und Platzbedarf der Pflanzen hängen direkt mit dem Stickstoffangebot  zusammen.

Stickstoffentzüge bei verschiedenen Kulturverfahren:

 

Topfgröße [cm]

Entzug mg N

Höhe [cm]

Durchmesser [cm]

Eintrieber

9 - 10

200 - 300

20

20

Mehrtrieber klein

11

500 - 600

20 - 25

40

Mehrtrieber mittel

12

600 - 700

30

45

Mehrtrieber groß

13

800 -1200

35 - 40

45 - 50

Stämmchen

19 - 21

2000 - 4000

80 -100

100 -120

 

2. Auswahl des geeigneten Düngers

Das spezifische, genetisch festgelegte Verhältnis von Stickstoff zu Kalium (N : K2O) beträgt bei Poinsettien 1 : 1, d.h. sie müssen für eine harmonische Ernährung ausgeglichen gedüngt werden. Je nach Kulturverfahren beträgt die erforderliche Stickstoffkonzentation der Nährlösung 100 bis 150 mg N pro Liter. Die Düngerauswahl hängt von der Carbonathärte (KH) des Gießwassers ab.

Beispiele für die Düngerauswahl in Abhängigkeit von der Karbonathärte des Gießwassers bei 100 bzw. 150 mg N/l im Gießwasser:

Dünger

N-Gehalt
[mg/l]

Dünger [g /l]

Härtebereich
[° dHKH]

 

N-Gehalt
[mg /l]

Dünger [g /l]

Härtebereich
[° dHKH]

Ferty Basisdünger 2
+ Kalksalpeter

9,0
91,0

0,29
0,59

<  8

13,0
137,0

0,43
0,89

< 8

Ferty Basis plus 13+7+30 (+2,5) Kalksalpeter

43,0
57,0

0,33
0,37

8 - 10

64,0
86,0

0,50
0,55

10 - 12

Ferty Basisdünger 2
+ Ammoniumnitrat

9,0
91,0

0,29
0,27

13 - 15

13,0
137,0

0,43
0,40

18 - 20

Ferty Basis plus 19+10+19 (+2)

100,0

0,53

13 - 15

150,0

0,79

18 - 20

Ferty 3 Mega

100,0

0,56

13 - 15

150,0

0,83

18 - 20

Ferty 3

100,0

0,67

18 - 20

150,0

0,10

25 - 27

In dem extremen Bereich um 5° KH bietet sich die Verwendung von Ferty® Basisdünger 1 oder 2 in Kombination mit Kalksalpeter an. Für alle anderen Härtebereiche stehen Mehrnährstoffdünger zur Auswahl. Wegen der Pufferung des Substrats ist in der Praxis der Härtebereich noch größer. Es ist aber zu berücksichtigen, dass bei Verwendung von NH4-N-haltigen Mehrnährstoffdüngern mit Erhöhung der Stickstoffmenge in der Nährlösung ebenfalls der Härtebereich ansteigt, da auch die Ammonium-Konzentration zunimmt. Eine genaue Steuerung gelingt nur mit Basisdüngern in Kombination mit Stickstoffeinzeldüngern.
Hohe Ammoniumgehalte beeinträchtigen das Wurzelwachstum und hemmen die Nährstoffaufnahme. Deshalb sollte der Ammoniumanteil maximal 50 % des Gesamtstick-stoffgehalts einer Nährlösung betragen. Bei Anstaubewässerung besteht außerdem die Gefahr der Bildung von Nitrit, das zu Wurzelschäden führen kann. Daher sollte extrem hartes Wasser auf eine mittlere Härte von 12 bis 15° dHKH verschnitten werden oder mit Salpetersäure enthärtet werden (N-Anteil der Säure beachten!).
Bei Poinsettien kann erhöhter Molybdänbedarf vorliegen. Mangel äußert sich als Chlorose der gesamten Blattspreite mittelalter Blätter (ähnlich Stickstoffmangel) und in Deformationen junger Blätter. Dagegen können in 100 ml Wasser pro Topf  6 mg Natriummolybdat ausgebracht werden. Mangel wird auch durch Festlegung bei pH-Werten unter 6 induziert. Dagegen kann mit 1 bis 2maligem Gießen mit Kalkwasser (1 g Branntkalk pro l, 100 ml Lösung pro 12 cm Topf) innerhalb 12 bis 14 Tagen vorgegangen werden. 
In der späteren Phase der Brakteenentwicklung kann Calcium-Mangel mit bräunlich-schwarzen Randnekrosen auftreten. Als Behandlung eignen sich ca. vier Calciumchlorid-Spritzungen (CaCl2) mit 0,15 % im frühen Brakteenentwicklungsstadium ab der 5. bis 6. Kurztag-Woche auf die vorhandenen Brakteen.

 

3. Erstellung eines Düngungsprogramms

Die Höhe der Grunddüngung beträgt bei Verwendung eines Substrats des P-Typs 220 mg N pro 13 cm Topf. Unter Berücksichtigung eines Puffers sind über flüssige Nachdüngung dann 650 mg N zu liefern. Die Düngung beginnt ab der 3. Woche nach dem Topfen. Die besten Ergebnisse sind durch  Anpassung der  Konzentration der Wachstumsphase zu erreichen. In der Hauptwachstumsphase beträgt sie 120 - 125 % der mittleren Konzentration. Während der Brakteenentwicklung ist sie auf 80 % der mittleren Konzentration zu senken. Das Ende der Flüssigdüngung erfolgt pauschal 2 Wochen vor Verkaufsbeginn, bzw. wenn der N-Gehalt im Substrat auf 150 mg/l abgesunken ist. Das führt zu einer erheblichen Verbesserung der Haltbarkeit.

 

Konzentration bei Bewässerungsdüngung (MND 15 % N):

mittlere
Konzentration

Kulturbeginn

Sprossaufbau

Brakteen-entwicklung

Kulturende

Mehrtrieber groß

0,8 - 1,0 g/l

0,7 g/l

1,0 g/l

0,7 - 0,8 g/l

0 - 0,3 g/l

Mehrtrieber mittel

0,7 - 0,8 g/l

0,6 g/l

0,8 g/l

0,6 - 0,7 g/l

0 - 0,2 g/l

Mehrtrieber klein

0,6 - 0,7 g/l

0,5 g/l

0,7 g/l

0,5 - 0,6 g/l

0 - 0,2 g/l

Eintrieber groß

0,5 - 0,6 g/l

0,4 g/l

0,6 g/l

0,4 - 0,5 g/l

0 - 0,2 g/l

Mini

0,5 g/l

0,5 g/l

0,5 g/l

0,5 g/l

0,2 g/l

Die Konzentration während der Hauptwachstumsphase entspricht der oberen Grenze der mittleren Konzentration, da während der Hitze im Sommer häufiger bei niedriger Konzentration gegossen wird. Ein exaktes Rezept zu geben ist nicht möglich, da der Witterungsverlauf jährlich anders ist. Die Werte geben nur einen Anhaltspunkt, mit dem keine groben Düngungsfehler auftreten.

 

Konzentration bei Intervalldüngung (MND mit 15 % N):

Pflanzengröße

g/l

Düngungen/Woche

Eintrieber

 


 


Kleinpflanzen (10 cm-Topf)

1,5

1 x

Großpflanzen (11 cm-Topf)

1,5

2 x

Mehrtrieber

 


 


Kleinpflanzen (11 cm-Topf)

1,5 - 2,0

1 x

mittlere Pflanzen (12 cm-Topf)

3,0

1 x

 


1,5

2 x

Großpflanzen (13 cm-Topf)

2,0

2 x

Stämmchen

 


 


20 cm-Topf

1,5

2 x

 


4. Überwachung der Düngung

Richtwerte für das Substrat (mg/l)

 


N

P2O5

K2O

Salz

Anfangsentwicklung bis Woche 5

180

180

250

1000 - 2000

Hauptwachstum ab Woche 6

300

180

400

1800 - 2300

generatives Wachstum

200

180

300

2000

Kulturende

50 - 150

150 - 300

100 - 250

< 3000

Erhöhte N-Gehalte im ersten Kulturdrittel beeinträchtigen das Wurzelwachstum und verdicken die Wurzelrinde, wodurch Pythiumbefall gefördert wird. Gehalte über 150 mg/l in den letzten 4 Wochen senken die Haltbarkeit. 50 bis 150 mg/l sind erwünscht.
Phosphat-Gehalte unter 100 mg/l verursachen Wachstumsstockungen. Nach dem Stutzen wird der Austrieb besonders in Ton-Torf-Substraten verzögert. Daher sind Gehalte um 200 mg P2O5/l anstreben.